ÜBER MICH


Otto Oliver Heiden

Geboren am 22. Juli 1951 in St. Pölten, einem Sonntag um 15.00 Uhr als Sohn eines damals 26-jährigen, hochdekorierten U-Boot Fahrers (Invalide, Obernazi und Alkoholiker) und einer damals 21-jährigen Stenotypistin und Laienoperettensängerin (Stadttheater St. Pölten). Vier Jahre Volksschule, vier Jahre Hauptschule, vier Jahre Lehre (Koch-Kellner) im “Grand Hotel Pittner” St. Pölten (1966-1970).
In der Hauptschule hingen Zeichnungen und gemalte Bilder (Wasserfarben) ca. 1961 – 1964 in den Schaukästen am Gang – es waren neben Turnen die schönsten Stunden in der Schule. Alles andere war retrospektiv gesehen, grau bis grausam, von Leere bis zu nacktem Wahnsinn – für mich ein einziger Horrortrip. Bei den Ohren ziehende, schlagende Lehrer und Pfarrer (Schlüsselbund, Rohrstaberl, Hüftstrick von Franziskanerpfarrer Gerhard aus Holland) – ein Horrorkabinett genannt Schule.
Lernen für das Leben – unter der Devise nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben.
Es gab natürlich auch einige schöne Stunden mit einer wirklichen Pädagogin, einer gewissen Frau Fachlehrer Fichtinger, leider nur in zwei Gegenständen, sprich vier Stunden die Woche (Erkunde, Naturgeschichte). Ein liebes, einfühlsames, um Gerechtigkeit bemühtes Wesen – von mir geschätzt und geliebt bis zum heutigen Tag – sonst hätte ich die Schulzeit nicht überlebt.

Nach der Lehre auf Wanderschaft gearbeitet, unterschiedlich lange in mehreren Ländern und Städten – Hamburg, Mannheim, Paris, London, München und diversen Schiffen als Kellner, Koch, Barkeeper und als Rezeptionist.
1975 Rückkehr nach Österreich, Hotel Sacher in Wien, Hotel Ambassador Wien, zu den 3 Husaren, Hotel Hilton Wien, dazwischen Befreiungsschlag aus dem Trott der Gastronomie mit Schichtdienst, Sonn- und Feiertagsdienste – sechs Monate Autoverkäufer bei BMW Denzel am Parkring in Wien.
1979 – das erste Mal Selbstständigkeit in meinem Beruf in St. Pölten – Cafe Restaurant Kuckucksnest, als Pionier im Beislmilieu mit Livebühne (Musikdarbietungen und Bilderausstellungen bzw. Vernissagen) – erster Aussteller war Peter Gallen mit seinen herrlichen Aquarellen.
Bandenkrieg zwischen Türken und Tunesiern, Kampf zwischen randalierenden Fußballanhängern und meiner eben verloren gegangen Selbstfindung – es wuchs mir alles über den Kopf.
Ausstieg aus der ganzen Gesellschaft – Wahrheitsfindung – nach Asien. Goa, Bombay, Neu Delhi, Manali, Malediven und Bali – bis 1984 “gesandelt”.
Mit neuer Lebenseinstellung zurück nach Österreich und angeheuert auf einem Schiff, der Queen Elisabeth II, zwei mal neunzig Tage Weltreise – auf großer Fahrt auf den damals besten, modernsten und teuersten Passagierschiff der Welt (5*plus).
Fünf Monate Fahrt ohne freien Tag, zwei Monate frei und wieder fünf Monate, und...
Am Zenit meiner Laufbahn war ich gewiss im Jahr 1987. Ich wurde befördert und durfte die schwierigste Abteilung des Schiffes leiten, die sogenannte “jüdische Cocher-Sektion”. Die wohl anspruchsvollste und menschenunwürdigste Arbeit, die ich bis dato in meinem Leben gemacht habe. Jüdische Milliardäre, 80 bis 100 Personen pro Tag (ebenso alt). Der ganze Tag und die sechs Mahlzeiten bestanden ausschließlich aus Reklamationen und Reklamationen und Reklamationen. Eine nie da gewesene Treibjagd der Gefühle von Menschen, die augenscheinlich nichts mehr im Leben freut, als das servierte Essen und die Getränke zu beanstanden. Ich bereute meine Beförderung und kam mir eher bestraft, als befördert vor.
Als junger 36jähriger Österreicher oft mit Holocaustanschuldigungen konfrontiert, zwischen zu süßer oder zu saurer Grapefruit und zu kaltem Kaffee (65 °C). Seit dieser Zeit habe ich nachts oft Alpträume und Schweißausbrüche bis zum heutigen Tag.


1988 – endlich abmustern von der Queen Elisabeth und nach Hause zur Geburt meines ersten Kindes Oliver – die bis dahin schönste Zeit meines Lebens, die genau zwei Jahre andauerte.
Danach verstarb Olivers 31-jährige Mutter innerhalb von vier Monaten an Brustkrebs – absolute Finsternis und Kälte. Mein Sohn wuchs mit mir und natürlich vielen, vielen Helferlein auf – denn alleine geht gar nichts, absolut gar nichts.
Ein Stundenkindergarten im ersten Stock und ein Cafe – Wein – Beisl im Parterre waren für weitere fünf Jahre meine Überlebensarbeit bis zum Schulbeginn meines Sohnes, bei den Englischen Fräulein in St. Pölten.
Oliver ins Internat nach Melk – Konvikt, nach zwei Jahren (?) Rebellion im Stift Melk, zurück nach St. Pölten bzw. Kirchweg – großer Riss zwischen Vater und Sohn – Olivers Flucht nach Bayern zur Tante Evi (älteste Schwester seiner Mutter). Mit fünf Kindern zwischen vier und zwanzig Jahren teilte er sein neues zu Hause.
Ich ging wieder nach Wien – Vösendorf-Pyramide als Bankettmanager – bis zum Hotelverkauf – dann konnte ich, nebst dem Generaldirektor und dem Küchenchef wieder ein Mal meine sieben Sachen packen.
Ein Jahr auf Arbeitssuche, 250 Bewerbungen, der Anfang vom Ende einer bis dato relativ schönen Arbeitskarriere.
2003, um den Anschluss nicht ganz zu verlieren an die sogenannte neue Zeit – sprich Jahrtausendwende – Weiterbildung und Prüfung zum Diplomsommelier im WIFI St. Pölten von meinem Ersparten (Euro 2.500). Neu motiviert und zurechtgestutzt neuerliches Engagement auf einem Passagierschiff, der “Deutschland” – bekannt aus der TV Serie “Das Traumschiff” – als Diplomsommelier auf großer Fahrt. Nach drei Monaten an Bord ohne freien Tag beim Schleppen großer Tische zum Mitternachtsbuffet – Bandscheibenvorfall – alles aus, schwarzes Loch...... Flugambulanz, von Norwegen zurück in die Heimat. Nach heutigen Gesichtspunkten das Ende meiner beruflichen Reise mit knapp 52 Jahren – international vermittelbar, jedoch kein Jobangebot.
Völlige Neuorientierung, schwere Depression bis zur Geburt meines 2. Kindes, meiner Tochter Barbara, 2006.
Zu malen begonnen, nachdem die Mutter meiner Tochter, meine Lebensgefährtin Christine, mir von heute auf morgen ein ansehnliches Malequipment zur Verfügung stellte und mich aufforderte, ja sogar drängte, etwas zu tun.
Seitdem Hausmann und Samstags-, Sonntagsmaler auf dem Land wohnend, in absoluter Ruhelage, mich meinen Ergüssen hingebend.
Ich male seitdem wöchentlich zwei bis drei Bilder in den Monaten Oktober bis März, diverse Fantasie-Dinge, Acryl auf Leinwand oder Papier, wenig Aquarelle, Kohle, Tinte, Collagen.
Pro Bild ca. drei Stunden, dabei den Sender “Ö1” hörend, in Schwermut, Zynismus, Sehnsucht und dem Gefühl, mich nicht unterkriegen zu lassen und für etwas gut zu sein auf diesem Planeten – das Gefühl wirklich das zu tun, was man will, wünscht, erträumt, etc.
Ich male drauf los, weiß nie, was es letzten Endes werden wird und wundere mich mehr oder weniger, was dabei entsteht.
Hobbys ....... habe eigentlich keine, oder doch, vielleicht lange Spaziergänge bei absolut jedem Wetter
Meine Stärken ...... habe ich (glaube ich) keine
Meine Schwächen ..... Müßiggang, Bequemlichkeit, desperat, ungeduldig, schüchtern, Weißweine aus aller Welt (wenig Restzucker), Wein, Weib und Gesang – so stelle ich mir mein Ende vor.
Politisch ...... Jedem Colour etwas abgewinnend, Pröll und Häupl (Landesväter NÖ und Wien), könnten und sollten Österreich regieren, den Rest in die Wüste, aber ohne Wasser.
Traumziel Österreich, nur der Winter dauert mir drei Monate zu lange.
Lieblinsfarben: Lila und Gold
Lieblingsbild: Der arme Poet (von Spitzweg)
Lieblingsmusik: Mozart, Cohen, Sting, Talking Heads, die Callas und Sarah Vaughn
Lebensmotto seit meiner Ausbildung: “Und wenn Du es doch tun musst, dann tue es lieber fröhlich” – weiß aber nicht mehr von wem das stammt.